Historischer Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V.

Arbeitsgemeinschaft Mittelalter und Frühe Neuzeit

Die im Jahr 2023 gegründete Arbeitsgemeinschaft "Mittelalter und Frühe Neuzeit" schließt eine Lücke zwischen den bereits länger bestehenden Arbeitsgemeinschaften. Denn die Geschichte Ravensbergs lässt sich ohne die Entstehung des Territoriums Grafschaft Ravensberg nicht verstehen. Dementsprechend bildet der lange Zeitraum von ca. 1140 bis ca. 1811 sicherlich den Rahmen für die Arbeit. Doch insbesondere zum Frühmittelalter kann und soll keine Abgrenzung entstehen, so dass sich zwangsläufig Berührungen mit der Arbeitsgemeinschaft "Altertum und Frühmittelalter in Westfalen" ergeben. Thematische Schwerpunkte werden unter anderem die Territorialgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie die Religionsgeschichte sein. Als Veranstaltungsformate bieten sich Ausstellungsbesuche, Vorträge, Gespräche und Exkursionen an. Die Veranstaltungen finden mehrmals im Halbjahr zumeist im Stadtarchiv, Veranstaltungssaal SO2, Kavalleriestr. 17, statt, erstmals am 19. März 2024, in der Regel um 19 Uhr. Gelegentlich werden Veranstaltungen aber auch an anderen Orten der ehemaligen Grafschaft Ravensberg oder online stattfinden.

Leitung: Dr. Bernhard Suermann, E-Mail: bsuermann@web.de

Programm für das 2. Halbjahr 2026

Mittwoch, 11.11., 19 Uhr, SO2
Wolfgang Schindler: Die Stadtgründung im Bielefelde: noch einmal, aber anders
Die Stadtgründung in Bielefeld gilt als gut erforscht. Doch noch nie wurden die Forschungen Gustav Engels, die er 1952 in seinem Buch „Die Stadtgründung im Bielefelde“ niederlegte, gründlich überprüft. Wesentliche Aspekte daraus passen auch nicht zu den neusten archäologischen Befunden der Grabungen Am Alten Markt / Piggenstr. Das Ergebnis mag überraschen: die Stadtgründungstheorie muss grundsätzlich und umfassend neu geschrieben werden.
Freitag, 27.11., 19 Uhr, SO2
Jan Lemmer: Aufstiegsgeschichten? Die Grafen von Ravensberg und die Gruppe der „Westfalen" am königlichen Hof (ca. 1145-1220)
Die Grafen von Ravensberg sind ab der Mitte des 12. Jahrhunderts im Umfeld Heinrichs des Löwen nachweisbar und daher grundsätzlich in dessen politischem Umfeld zu verorten. Königliche Zeugenlisten zeigen jedoch auch eine erweiterte politische Einbindung der Ravensberger auf, denn sie waren offenbar Teil einer größeren, nicht auf Heinrich fixierten, sächsischen Gruppe, die ab Mitte der 1140er Jahre durch andere Personen in Kontakt mit dem königlichen Hof geraten war. Diese „Gruppe der Westfalen“ wurde spätestens ab den 1180er Jahren in ihrer Integrität herausgefordert, da Heinrich der Löwe und Friedrich I. Barbarossa in Gegensatz gerieten und die Frage der Gruppenwahl im westfälischen Raum durch die Neuausgabe des Herzogtums Westfalen an die Kölner Erzbischöfe an Bedeutung gewann. Der Vortrag möchte diese unterschiedlichen Gruppenbindungen thematisieren und ihre Bedeutung für die Entstehung einer Landesherrschaft in Ravensberg diskutieren.

Alle Veranstaltungen finden, wenn kein anderer Ort angegeben ist, im Veranstaltungssaal SO2 des Stadtarchivs, Kavalleriestr. 17, 2. Etage, 33602 Bielefeld, statt.
Die Veranstaltungen des Historischen Vereins sind, wenn nicht anders angegeben, kostenlos. Gäste sind stets willkommen.