
Jupp Asdonk, Dagmar Buchwald, Lutz Havemann, Uwe Horst und Bernd J. Wagner (Hg.):
„Es waren doch unsere Nachbarn!“ Deportationen in Ostwestfalen-Lippe 1941–1945 (18. Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e. V.; Bielefelder Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte ; 24)
1. Aufl. 2012 [ohne Reihenvermerk des Historischen Vereins], Bielefeld: Verlag Gieselmann, 978-3-928884-24-2, 319 Seiten;
2. überarbeitete Auflage 2014, Essen: Klartext-Verlag, ISBN 978-3-8375-1292-2, 319 Seiten
Vergriffen
Beschreibung
Erinnerung dient der Orientierung in einer Gegenwart zu Zwecken zukünftigen Handelns. (Harald Welzer) Diesem Motto folgend will der Band „Es waren doch unsere Nachbarn! Deportationen in Ostwestfalen-Lippe 1941-1945“ Grundlagen für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust bereitstellen, umfassende Informationen zum lokalen und regionalen Geschehen um die Deportationen bieten, Anregungen und Beispiele geben für die Formen der Erinnerung an die Opfer und so Kenntnisse und Argumente für die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft vermitteln. Der Band bietet dazu vier unterschiedliche Zugänge: Teil 1: Zwischen Verfolgung und Vernichtung gibt einen Überblick über die vom NS-Regime schrittweise verschärfte Politik der Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Teil 2: Deportation in Ostwestfalen bietet eine detaillierte Darstellung der zehn Deportationen, die ihren Ausgang von Bielefeld nahmen, und fragt, wie die wenigen Über lebenden ihre Rückkehr erlebt haben. Teil 3: Erinnerung, Mahnung, Leben in Gemeinschaft berichtet über die juristische, politische und erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, über die Problematik der Wiedergutmachung, das Erinnerungsprojekt Stolpersteine und das Wiedererstehen jüdischen Lebens in Ostwestfalen. Teil 4: Das Thema „Shoah“ im Unterricht: Ausgewählte Konzepte, Methoden und Praxisbeispiele gibt didaktische und methodische Hinweise für die unterrichtliche Umsetzung des Themas und stellt Unterrichtsbeispiele aus verschiedenen Schulen und Fächern vor. Die Informationen, Anregungen und Unterrichtsbeispiele wollen dazu beitragen, erstarrte Formen des Erinnerns und Gedenkens aufzubrechen, und so Perspektiven reflektierten Umgangs mit unserer Vergangenheit und engagierten Handelns in einer demokratischen Gesellschaft eröffnen.
Inhalt
Teil 1, Uwe Horst: Zwischen Verfolgung und Vernichtung – der politische, soziale und organisatorische Rahmen der Deportationen (S. 16–67)
► Die Deportation: Ein Überblick zur Einordnung in die nationalsozialistische Politik der Vernichtung
► Bürokratie und Täter. Die Organisation der Vernichtungspolitik
► Die Reaktionen auf Deportationen und Massenmord. Vom Wissen, Wegschauen und Profitieren der „Volksgenossen“
► „Dem Reiche wir dienen…“ – die Deutsche Bahn im Dienste des Nationalsozialismus (Susanne Kill)
Teil 2, Bernd J. Wagner: Teil 2: Deportationen in Bielefeld und Ostwestfalen 1941–1945 (S. 70–127)
Teil 3, Jupp Asdonk, Dagmar Buchwald: Erinnerung, Mahnung, Leben in Gemeinschaft (S. 130–226)
► Wiedergutmachung? Rückerstattung „arisierten“ Vermögens und Entschädigung (mit Beiträgen von Lisa Dickel. Katja Roeckner, Friedhelm Wittenberg)
► Erinnerung und Erinnerungskultur (Jupp Asdonk)
► Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus (Dagmar Buchwald)
► Neues Leben in den jüdischen Gemeinden in Bielefeld und OWL (Dagmar Buchwald)
Teil 4, Lutz Havemann: Das Thema „Shoah“ im Unterricht: Ausgewählte Konzepte, Methoden und Praxisbeispiele (S. 230–303)
► Ausgewählte Unterrichtskonzepte
► Geeignete Unterrichtsmethoden
► Praxisbeispiele (mit Beiträgen von Norbert Busch, Maria Kublitz-Kramer, Christina Thomas, Christine Rhode-Jüchtern, Holger Wiewel, Martin Gentejohann, Bernd Langejürgen, Ernst Steinberg, Lutz Havemann, Christine Biermann, Almuth Müller-Röhr, Ute Dausendschön-Gay)
Anhang (S. 306–319)
